Erlebnisweg Lerchenbergtunnel als Teil des Grünleitbilds Heilbronn

Erlebnisweg Lerchenbergtunnel als Teil des Grünleitbilds Heilbronn

Im Jahr 1992 hat die Stadt Heilbronn ein „Grünleitbild“ erstellt. Dieses Leitbild hat Symbolkraft bei der Entwicklung von Visionen und Konzepten, um durch innovative Grünplanung ein grünes Netzwerk im Stadtgebiet entstehen zu lassen. Die von diesem Netzwerk abgedeckten Räume können kartografisch gut durch drei grüne Ringe zuzüglich der Neckarachse und weiteren Bachtälern beschrieben werden.

Grünleitbild 1992: Die drei grünen Ringe

Bei näherer Betrachtung fällt überraschend die Verbindung zum Projekt „Erlebnisweg Lerchenbergtunnel“ auf: Dieses ist deckungsgleich mit einem Teil des 2. Rings.

H.-P. Barz, Grünflächenamtsleiter der Stadt Heilbronn und Entwickler des Grünleitbilds, schreibt dazu: „Entscheidend ist, dass solche Räume für die Menschen zugänglich, erlebbar und verfügbar gemacht werden. Ein herausragendes Beispiel ist unser Neckaruferpark im Areal der Bundesgartenschau. Mit ihm ist es gelungen, wertvolle, vormals brachliegende Freiraumpotentiale im Herzen unserer Stadt wieder für die Bewohnerinnen und Bewohner und für die Besucher unserer Stadt zurückzugewinnen. Das war eine der Visionen im Grünleitbild der Stadt Heilbronn von 1992.“ [1a,b]

Die drei grünen Ringe und die Neckarachse (Machbarkeitsstudie BUGA 2019)

Auf Basis des Grünleitbilds wurde 2005 der Grünmasterplan Heilbronn entwickelt. Der Grünmasterplan wurde sogar als Gewinn einer Ausschreibung der Stiftung „Lebendige Stadt“ gekürt.[2] Der Grünmasterplan übernimmt die Symbolik des Grünleitbilds mit samt den drei grünen Ringen. Der zweite Ring wird wie folgt beschrieben: „2. Ring: umschließt den Bereich der ersten Stadterweiterung, incl. der Bahnhofsvorstadt. Er folgt dem Bogen der Eisenbahntrassen und verbindet das „Sekundärgrün“ ihrer Böschungen mit den flächenhaften Schwerpunkten der Parks und Gärten“.[3]

Update/Anmerkung: In einem persönlichen Gespräch mit Hr. Barz im August 2020 stelllt dieser klar, dass der Tunnel als unterirdische Anlage selbst nicht Teil des grünen Rings ist; vielmehr wird der Ring durch die Grünflächen des Hauptfriedhofs geschlossen.

Dass sowohl Grünleitbild, wie Grünmasterplan weiterhin von der Stadt berücksichtigt werden, wird sogar im aktuellen Flyer zur Stadtkonzeption 2030 bestätigt: „Mit den vorhandenen konzeptionellen Planungen zum flächendeckenden Biotopverbund, dem Grünleitbild für die Gesamtstadt und dem Grünmasterplan für die Innenstadt sowie dem Klimaschutzkonzept existieren schon heute wichtige Grundlagenplanungen.“[4]

Der Verein „Erlebnisweg Lerchenbergtunnel e.V.“ setzt sich dafür ein, das Potential des zweiten grünen Rings (seither den Bürgern verschlossen) wieder erlebbar zu machen als Raum für Erholung und zum Auftanken, welcher darüber hinaus einer äußerst sinnvollen, emissionsfreien und umweltverträglichen verkehrlichen Nutzung zugeführt wird. Mit der Verbindung Freibad Neckarhalde – Jägerhausstraße wäre damit schon die Hälfte des Sport- und Feierabendparcours „Rund um Heilbronn“ realisiert.

Machen wir also das Grünleitbild der Stadt, konkret: den zweiten grünen Ring, zum Erlebnisweg für Stadtmenschen!


Quellenangaben

[1a] Aus: „Stadtgrün-Blumen-Parkanlagen“, Hrsg. C. Schrenk und H.-P. Barz, darin: ‚Grünleitbild Heilbronn – Realisierung einer Vision‘ von Hans-Peter Barz, S.275-284 (Zitat und Bilder S.280f)

[1b] Aus: „Schriftenreihe Lebendige Stadt, Band 7“, Stiftung Lebendige Stadt, Grün-Natur und Stadt-Struktur, „Ein Grünleitbild für Heilbronn“ (Seite 46ff, Bild Seite 46, Zitat S. 48)

[2] Artikel aus Heilbronner Stimme, 12.09.2005

[3] Aus: Broschüre „Grünes Erlebnis Stadt, Grünmasterplan/ Code Urbain für die Stadt Heilbronn“, Stiftung Lebendige Stadt (Bild/Zitat S. 5)

[4] Aus: Flyer Stadtkonzeption 2030, Stadt Heilbronn, Stabsstelle Stadtentwicklung und Zukunftsfragen (Zitat Seite 135)

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